Rezension "Der Anfang von Danach" von Jennifer Castle


Titel: Der Anfang von Danach
Autor:Jennifer Castle
Einzelband/Hardcover
Genre:Roman
Sprache: Deutsch
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 379
Preis:18,90
Als eines Abends ein Polizist bei Laurel vor der Tür steht, wird ihr Leben von einem Moment auf den anderen in zwei Teile gerissen: das Davor und das Danach. Denn ihre Familie wird von der kurzen Fahrt zur Eisdiele nie mehr zurückkehren, sie ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Mit im Auto saßen auch die Eltern von David, nur er blieb wie Laurel verschont. Die beiden versuchen auf ganz verschiedene Weise, zurück ins Leben zu finden. Laurel sieht sich in ihrer Trauer und Verzweiflung mit ganz banalen Problemen konfrontiert: Was tun mit den Jacken ihrer Eltern, die noch im Flur hängen? Was soll sie mit dem plötzlichen Interesse ihrer Mitschüler an der „Überlebenden“ anfangen? Und soll sie trotz allem zum Abschlussball gehen und versuchen, Spaß zu haben? Langsam, ganz langsam, findet Laurel ihren Weg und lernt dabei auch den unnahbaren David immer besser kennen.
Quelle


Das Cover ist sehr schlicht gehalten und ich finde es strahlt schon Trauer aus.
Es ist in einem weiß/grau mit schwarzen Akzenten. Erinnert irgendwie an einen Bilderrahmen, welcher eine schwarze Umrandung hat. So ein typischer Bilderrahmen, wo Fotos von Verstorbenen drin sind. Wenn man das Cover löst, sieht man das es milchig-durchsichtig ist. Auf dem Buch an sich erkennt man ein junges Mädchen, blond, mit Sonnenbrille und gesenktem Kopf.
Vielleicht Laurel?

Laurel und David haben beide einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und doch gehen sie ganz unterschiedlich damit um. Während David die Flucht beginnt, weiß Laurel nicht so recht mit ihrer Trauer um zu gehen.
Über das Buch verteilt, kann man bei Laurel gut die 4-Phasen der Trauer erkennen.
Erst das "Nicht-Wahrhaben-Wollen", wo sie versucht alles so gut wie möglich zu verdrängen, ihre Gefühle nicht zu zu lassen.
Dann "aufbrechende Emotionen", als nächstes "suchen, finden, sich trennen" und dann die Suche nach dem "neuen Selbst- und Weltbezug".
Auch bei David kann man diese Trauerphasen erkennen. Wenn auch etwas schwieriger, da er die meiste Zeit eher unterwegs ist.
Das Buch ist aus Laurels Sicht geschrieben. So bekommt man ihre Gefühlswelt aus erster Hand mit und ich habe oft mit ihr gelitten. Die Vorstellung, die Menschen zu verlieren die man Liebt, ist ziemlich schrecklich. Und auch Laurel hat schwer damit zu kämpfen. Ihr Leben verändert sich schlagartig und sie muss lernen, das nichts mehr so ist wie es war. Die kleinsten Dinge tun weh. Spaß haben scheint undenkbar. Tage wie ihr Geburtstag, oder Weihnachten sind mit Trauer überlagert. Entscheidungen treffen? Was hätte ihr Vater gesagt? Was ihre Mutter? Was hätte ihr kleiner Bruder in dieser Situation getan?
Die Zimmer ihrer Eltern oder ihres Bruders betreten, oder gar ausräumen und Dinge weg geben? Undenkbar! Die typischen Geräusche des Alltags? Weg...

Davids Vater, der den Unfallwagen gefahren hat, liegt im Koma und Laurel ist sich nicht sicher was sie von ihm denken soll.Er hat ihre Eltern und ihren Bruder getötet. War er betrunken? Hatte er schuld? Oder sind sie von der Straße gedrängt worden? Selbst die Polizei weiß keine Antworten.
Unterstützt wird sie von ihrer Großmutter, welche zu ihr ins Elternhaus zieht.
Ich finde die alte Dame kommt etwas zu kurz. Doch vielleicht ist es auch beabsichtigt. Da das Buch aus Laurels Sicht geschrieben ist, merkt man so, das sie nicht wirklich viel von ihrer Großmutter mit bekommt. Genauso wie sie eine ganze Zeit auch ihre beste Freundin Meg zu vergessen scheint.
Laurels Großmutter trauert natürlich ebenfalls. Doch es entgeht Laurel fast ganz und die alte Dame bleibt mit ihrer Trauer allein.
Meg möchte Laurel helfen, wird aber abgeblockt, bis sie sich mit ihren eigenen Problemen ebenfalls zurück zieht. Erst als es fast zu spät ist und Laurel merkt das sie dabei ist Meg zu verlieren, versucht sie es zu ändern.
Man merkt hier wie schnell so ein Schicksalsschlag auch andere Menschen noch auseinander bringen kann. Wie schnell Menschen sich in sich selbst verlieren können, in der Trauer und dem Schmerz.

Ob Laurel und Meg noch befreundet bleiben? Oder Davids Vater, Mr. Kaufmann aus dem Koma erwacht? Kann Laurel ihm verzeihen? Kann David seinem Vater verzeihen, der seine Mutter und drei weitere Menschen einer anderen Familie in den Tot gerissen hat? Was ist überhaupt passiert?
Einige Fragen werden beantwortet. Andere bleiben offen.

Ein sehr schönes, aber auch trauriges Buch, zum Thema der Trauerbewältigung und dem Versuch, eine in trümmern liegende Welt wieder irgendwie auf zu bauen um weiter machen zu können.
Es ist sehr ruhig. Wer Aktion sucht ist hier falsch. Ein kleiner Tick Romantik mischt sich unter die Trauer. Ansonsten begleitet man Laurel und David einfach durch die Trauer.

4 von 5 Schmetterlingen vergebe ich an dieses Buch.



Kommentare:

  1. Hallihallo :o)

    Ich bin im Rahmen des Kommentiermarathons über deinen Blog gestolpert und freu mich wie ein Keks, so eine schöne Seite entdeckt zu haben! *smile*

    Deine Rezension liest sich ganz wunderbar :o) Ich liebe die Bücher aus dem Carlsen Verlag, aber dieses hier ist mir irgendwie vollkommen entgangen :o) Habe aber jetzt definitiv Lust da mal genauer reinzulesen :o)

    Ich wünsch dir einen wunderschönen freien (Lese-)Montag und schicke dir ganz ganz viele liebe Grüße aus Down Under! :o)
    Nana

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    1. Hey :)

      Vielen Dank :3
      Mach das mal. Es ist sehr schön das Buch :)

      Lg Sani

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Ich freue mich über jegliche Kommentare :)
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